Ziel dieser Entwicklung war ein noch kompakter, universell einsatzbarer Lautsprecher, der auch den Geldbeutel nicht zu sehr belastet. Dass die Wave 14 auch klanglich nicht zu verachten ist, ist ein erwünschter Nebeneffekt und den Chassisentwicklern von Wavecor zu verdanken: Gute, preiswerte Chassis, mit denen ich bestimmt noch einige Bausätze entwickeln werde.
Der Wavecor WF146WA01 (4Ohm-Variante) sieht erstmal ein wenig unspektakulär aus: „Nur“ ein Blechkorb und eine sehr dezente Optik. Dafür stimmt die Verarbeitungsqualität, wie z.B. die Klebungen, ebenso ist das Chassis gut entlüftet (Polkernbohrung, Zentrierspinne und zusätzlich noch die Schwingspule):
Deren 32mm Durchmesser nehme ich ebenso gerne wie den fairen Preis von 45 Euro mit. Zusätzlich offenbart eine Messung der Membranfläche 95cm², was etwas über den üblichen 80cm² der 13cm-Klasse liegt. Einhergehend ist damit auch ein etwas größeres Nettovolumen des geplanten Lautsprechers von ungefähr 11 Litern, was man sowohl für eine etwas größere Kompaktbox, als auch für einen kleinen Standlautsprecher sprechen würde. Ein Test inkl. TSP findet sich hier.
Als Hochtöner gibts den TW030WA01:
Neodymbestückte 30mm-Kalotte ohne Ferrofluid (ebenfalls in 4Ohm), der Kühlkörper sorgt für eine gute Wärmeabfuhr.
Mit grob 11 Litern Innenvolumen gibt sich der Wavecor WF146WA01 zufrieden. Damit ist sowohl eine Kompaktbox als auch eine kleine Standbox zu realisieren. Ich entschied mich für die erste Variante, wem aber zweiteres besser gefällt, kann einfach den originalen Bauvorschlag modifizieren, indem er einfach die Box nach unten verlängert. Dabei muss das Volumen für den Tieftöner grob gleich bleiben, eine Variation der Breite um ein bis zwei cm ist absolut unproblematisch. Wichtig ist nur noch, dass der Abstand der Chassis untereinander gleich bleibt und auch der Abstand zur Oberkante grob eingehalten wird. Ansonsten steht der eigenen Kreativität nichts im Wege.
Da die Kompaktboxvariante nur mit den Chassis auf der Front optisch etwas „unstimmig“ wirkte, verlegte ich das BR/TR45 von Intertechnik (gekürzt auf 9cm) auf die Front, da dieses fast genau dem Durchmesser des Hochtöners entspricht und sich so eine schöne symmetrische Optik einstellt:
Es spricht also nichts dagegen, den Lautsprecher auch hinzulegen und als Center zu nutzen:
Nicht nachmachen sollte man meinen Versuch, das schöne schwarze MDF mit Hartwachsöl überhastet zu bearbeiten: Eine fleckige Optik ist der Fall. Also lässt man sich entweder Ruhe und trägt nach und nach einige Schichten mit Zwischenschliff auf oder nutzt einen guten Klarlack, der auf den Schnittkanten durchaus in fünf Lagen aufgetragen werden kann.
Das Gehäuse ist an sich ist aber denkbar einfach nachzubauen: 6 Bretter müssen zu einem Kasten verleimt werden, zudem gibt es intern noch eine Versteifung:
Hier gibt es die passende Datei für Google Sketchup.
Und obwohl es so leicht ist, habe ich mir den „Luxus“ des fertigen Gehäuses gegönnt, was man hier in einem Erfahrungsbericht nachlesen kann. Die Verarbeitung inkl. der Fräsungen ist so gut, daß ich absolut nicht meckern kann, sondern eine volle Empfehlung für Speaker Space aussprechen kann.
Bedämpft wird das ganze Gehäuse mit einer Packung Sonofil, wobei um das Bassreflexrohr herum grob drei Zentimeter Platz gelassen werde sollte.
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Als kleine Ergänzung: Der Schlenker um 1,5Khz ist dem frontseitigem BR-Rohr anzukreiden. Messtechnisch ist das auffällig, klanglich aber weitaus weniger dramtisch als der leisere Bass, den eine rückseitige Montage verursachen würde. Dazu habe ich einige Vergleichsmessungen gemacht, die man sich anschauen kann. Wer eine optimierte Linearität haben will, montiert einfach das BR-Rohr hinten und muss eine etwas leisere Basswiedergabe in Kauf nehmen.
Sprich: Nicht jede Unlinearität ist schlimm, ebenso wie die Resonanz um 15Khz, die im Wasserfall nicht langsamer ausschwingt und somit nicht entzerrt werden muss. Das verzögerte Ausschwingen um 8Khz ist die schon bekannte Reflexion am Mikrofonstativ.
Die Weiche ist mit 12dB Flankensteilheit für den Tieftöner und 18dB inkl. Spannungsteiler für den Hochtöner immer noch sehr schlicht ausgefallen:
Das da keine Weichenbauteilewerte dabei stehen, hat einen schlichten Grund: Geistiges Eigentum zählt nicht viel im Internet! Und so erfuhr ich schon von den ersten „Verramschern“ im Internet, die meine freien Bauvorschläge kommerziell verwerten. Wäre an sich kein Problem, wenn man mich wenigstens vorher fragen würde. Deswegen hier nochmal der Hinweis: Alle bisher vorgestellten Bauvorschläge sind für die private Nutzung frei. Und auch wirklich nur für die rein private Nutzung. Wer diesen Bauvorschlag nachbauen möchte, wende sich an mich, dann gibts die Weichenschaltung (wie zuvor) gratis. Und falls jemand der getreuen Leser mal einen meiner Bauvorschläge bei einem „Händler“ entdeckt, bitte ich um eine Mail.
Kurz auf den Punkt gebracht: Knackig, lebendig und „punchig“ zugleich, die Chassiskombination weiß zu überzeugen!
Gerade der Mittelton überzeugt auf der ganzen Linie, ebenso der bruchlose Übergang zum Hochtöner, der mit seiner großen Membranfläche zum Mittelton gut ankoppeln kann und somit absolut ungestresst aufspielt. Das er obenrum nicht so gut auflöst wie eine 19mm-Kalotte oder gar ein Bändchen, ist schlicht dem Bündlungsverhalten und damit der Physik geschuldet und tut der guten Perfomance keinen Abbruch. Der Bass ist fullrangetauglich, einen Subwoofer vermisst man nur, wenn die Wave 14 mit künstlicher Musik, z.B. Radiohead befeuert wird, und dort auch nur wirkich im direkten Vergleich. Auffallend ist die neutrale und authentische Stimmwiedergabe, wohl ein Verdienst des linear und resonanzarm laufenden Tiefmitteltöners.
Die Räumlichkeit, nach der ich per Mail immer wieder mal gefragt werde, ist in der Breite gut differenziert und geht eher etwas in die Tiefe. Und jetzt kommen wir zum Knackpunkt dieser Beschreibung: Dieser Eindruck hängt nicht nur von den Lautsprechern, sondern auch von der jeweiligen Raumakustik ab. Sicherlich, die grobe Tendenz bleibt in jedem Raum erhalten, aber durch unterschiedliche Positionierung des Lautsprechers, auch in Relation zur Wandentfernung entsteht immer ein leicht unterschiedlicher Höreindruck. Das aber nur als Information am Rande.
Die Aufstellungsempfehlung ist freistehend mit 50cm Wandabstand und mindestens dem gleichen Abstand zu den Seiten, die Ausrichtung sollte parallel zu den Seitenwänden erfolgen. Natürlich sind das nur Empfehlungen und schlußendlich entscheidet der eigene Geschmack.
