Thiel Accuton, Mundorf AMT und HiFi-Akademie

Ha! Genau die richtigen Schlagwörter, um auf so einen Artikel aufmerksam zu machen! ;-) Nur leider geht der Titel auch nicht kürzer, denn dieser Ausnahmelautsprecher hat immer noch keinen Namen:

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Wer wirklich alles über diesen Lautsprecher erfahren will, sollte sich diesen Thread im HiFi-Forum durchlesen. Ich bin nicht der Erbauer, sondern habe nur bei der Weiche „mitgeholfen“. Den scheinbar etwas „skeptischen“ Besitzer will ich aber doch mal zeigen:

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Kompaktlautsprecher sind es nicht mehr, die hier demonstrierten Nahfeldfähigkeiten halte ich auch für ein Gerücht! ;-)

Das Konzept

Dieser Lautsprechers lässt sich kurz umschreiben: Dynamikfestigkeit, erhöhte vertikale Bündlung für eine große Hörentfernung von knapp 5 Metern in diesem Büroraum:

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Und ansonsten: Kompromisslosigkeit! Seien es die exzellenten Keramikchassis von Thiel Accuton (Die genaue Bestückung findet man im oben verlinkten Thread), als auch der große Mundorf AMT 2740k sowie die exzellenten Endstufen von HIFIAkademie, von denen gleich 2 Stereopaare inkl. kompletter DSP-Bestückung pro Seite verbaut wurden. Das heißt: Jeweils eine (Mono)Endstufe treibt den Hochtöner als auch die parallel geschalteten Mitteltöner an, ebenso verfügt jedes Bassmodul über eine seperate Endstufe. Konkret verteilt sich also 1 Kilowatt Verstärkerleistung dezent im Lautsprecher:

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Hier machen wir erstmal eine kurze Pause und begutachten die aus einem vollen Stück gefräste Front für Mittel- und Hochtöner:

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Wenden wir uns jetzt den Bassmodulen zu:

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Diese fallen ja doch recht klein für zwei 20er Bässe aus. Und tatsächlich läuft jedes der Basschassis auf ~32 Liter geschlossenem Volumen. Das sowas nicht ohne Hilfsmaßnahmen in einem derart großen Raum Tiefbass produziert, ist eine physikalische Begebenheit. Aber dafür gibts ja inzwischen Aktivelektronik, die im folgenden Kapitel erläutert wird.

(Aktiv)Weiche

Am anschaulichsten ist es natürlich immer, wenn man eine neue Sache selber ausprobieren kann. Auf dieser Seite kann man nichts kaputt machen, kriegt ein Gefühl dafür, wie so ein DSP funktioniert und merkt, daß Hubert Reith auch an die Einsteiger auf diesem Gebiet gedacht hat: Die Handhabung und die GUI sind wirklich vorbildlich intuitiv (gestaltet).
Eine Dokumentation zu den gesamten Fähigkeiten des DSPs von HiFi-Akademie und auch der Abstimmung der Frequenzweiche würde diesen Artikel sprengen, deswegen wird das in diesem Artikel nachgeholt.

Bauplan und Messungen

Ersteres kann ich leider nicht anbieten: Zuviele individuelle Dinge wurden verwirklicht. Aber der glückliche Besitzer gibt gerne Auskunft über sein Projekt, sei es über die Alufront, den Abmessungen des Lautsprechers oder ab den internen Bedämpfungsmaßnahmen.
Zu den Messungen muss ich zu meiner Schande gestehen, daß ich bei Aktivlautsprechern eigentlich nur generell die Einsatzbereiche der verwendeten Chassis berücksichtige. So ist z.B. die Impedanz der verbauten Chassis zweitrangig, da keine passiven Bauteile diese verändern und somit für den Verstärker kritisch werden könnten. Natürlich habe ich auch nachgemessen, ob es zu Gehäuseresonanzen oder ähnlichem kommt: Entdeckt habe ich nichts, weder in der Impedanz noch im Ausschwingverhalten. Der Klirr spielt überhaupt keine Rolle bei diesem Projekt: Vier hubfähige Zwanziger im Bass sorgen da für Ruhe, ebenso die zwei superben Mitteltöner mit knappen 94dB Wirkungsgrad. Das der Hochtöner auch bei 105dB ab 800Hz keine Klirrkomponenten oberhalb von 0,3% produziert, spricht für dessen Qualitäten. Bei einer Rücksprache mit dem Support von Mundorf wurde aber angeraten, den Hochtöner aus klanglichen Aspekten nicht unterhalb von 1,5Khz zu betreiben, technisch gesehen würde er in dieser Kombination auch knapp unter 1Khz schon einsetzbar sein.
Amlitudenmessungen werden in diesem Artikel zu den DSPs von HiFi-Akademie vorgestellt.
Wie so eine „Messdatenorgie“ aussieht, kann man auf folgendem Foto betrachten:

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Insgesamt wurden ca. 50 Messwerte in unterschiedlichen Entfernungen und Winkeln der jeweiligen Einzelchassis genommen, um damit den DSP zu füttern.

Klang

Wie klingts denn nun nach der ganzen Mühe? Vorweg ein kleines Zitat von rob_2106 aus dem HiFi-Forum:

„Dieses Leichtfüßige im Sound ist schon immer wieder von Neuem begeisternd, wie gestern abend. Ich freue mich dann richtig mit den Gästen mit, wenn sie anfangen, zu grinsen.“

Und so würde ich es auch beschreiben: Schlicht eine überlegene Souveränität in der Darstellung jeglicher von mir getesteter Musik. Gehört wurde von mir die relativ neue In Rainbows von Radiohead mit der gekonnten Mischung aus elektronischen Klängen sowie Rockelementen, ebenso die Dresden Dolls mit ihrer theaterähnlich inszenierten Mischung aus Rock und Pop: Leise Gesangseinlagen abwechselnd mit lautstark einsetzendem Schlagzeug. Musikalisch ein Genuß macht diese Aufnahme so manch kleinerem Lautsprecher das Leben schwer. ;-) Als Klassiker liefen die Automatic for the People von R.E.M. sowie der OST von Die fabelhafte Welt der Amelie.
Die Erwartungen vor dem Hörtest waren groß: Fünf Meter Hörentfernung, allerdings gepaart mit (entgegen der Bilder) relativ „trockener“ Raumakustik, ein nicht unerhebliches Investitionsvolumen sowie von technischer Seite für ihren Verwendsungszweck optimale Chassis. Ich war im ersten Moment überwältigt von der räumlichen Abbildung. So hatte ich das auf diese Hörentfernung noch nicht gehört: Eine sehr genaue, präzise Abbildung der Instrumente vom OST Die fabelhafte Welt der Amelie und sehr schöner, akurater Bühne bei den Dresden Dolls mit entsprechender Dynamikfestigkeit bei den elektronischen Rhythmen von Radiohead, wo ich auch gleichzeitig den famosen Hochtöner durchtesten und für „gut“ befinden konnte. Beim ersten Durchgang fehlte uns noch etwas Grundtonwärme bei der Stimmwiedergabe. Also den DSP angeworfen, etwas nachgeregelt und so klang Michael Stipe auch wieder wie gewohnt. Den abschließenden Hörcheck mit Orgelmusik beschreibe ich lieber mit einem Vergleich: Normalerweise kann das kaum ein Lautsprecher mit adäquater Lautstärke: Das Klangbild zerfällt, es entsteht ein „Klangbrei“. Bei diesem Lautsprecher wird es einfach lauter, er behält äußerst souverän die Übersicht. Erst mit Pegeln, bei denen die Hosenbeine flattern, bemerkt man eine leichte Kompression im Bass. Wohlgemerkt: In 5 Metern Hörentfernung.
Insgesamt ein hervorragender Lautsprecher, bei dem ich nur einen wirklichen Kritikpunkte habe: Er steht nicht bei mir im Wohnzimmer!

Hier findet man noch einen weiteren Höreindruck. Und wie man da schon merkt: Besucher sind nicht unwillkommen. ;-)

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