Terra - Part I

Die "Konkurrenz"

Wie jede andere Zeitschrift braucht auch diese eine „Arbeitsreferenz“: Udo Wohlgemuth hat da seine Etonkonstruktionen (Die Duetta ADW dürfte bekannt sein.), der Bernd Timmermanns seine Optimum und die Mannen von hifi-selbstbau haben ihre Trio.
Da aber bekanntlich das eigene Kind sowieso das schönste Kind ist, muss aber selber was auf die Beine gestellt werden. Die einzige Gemeinsamkeit mit den anderen Projekten ist die Zahl Drei. Scheinbar gibt es nur einen objektiven Konsens: Eine „Referenz“ braucht einen Mitteltöner! ;-) Trotzdem beginne ich ganz unten, denn drei Wege erlauben da einen Spezialisten, der es in sich hat.

Tieftöner

Wie immer gilt es, Tiefgang, Wirkungsgrad und auch die Gehäusegröße unter einen Hut zu bringen. Noch schwieriger wird es, wenn man doch gefälligst einen technisch einwandfreien und gleichzeitig noch erschwinglichen Tieftöner sein Eigen nennen will.
Gefunden habe ich diesen Tieftöner auf der HMW 2006, wegen der ich immer noch der „unzüchtigen Benutzung des Lautstärkereglers“ bezichtigt werde. Die Tieftöner von AuraSound haben mich nachhaltig beeindruckt: Pegelfest, Tiefgang aus moderater Gehäusegröße und technisch „up to date“. Zu finden sind sie im Direktvertrieb bei Quint Audio, der hier verbaute AuraSound NS10-513-4A kostet 179 Euro.

AuraSound NS10-513-4A

Auf den ersten Blick sieht man eher ein Subwooferchassis: Dicke Sicke, massive Alumembran. Der „Kleine“ hat es aber faustdick hinter den Ohren: +/-10mm linearer Hub in jeder Richtung, den das Chassis dank Unterhangschwingspule auch wirklich bringen kann bei kaum nachlassender Kraft, was einhergeht mit gleichmäßig steigendem, insgesamt geringem Klirr auch bei „moderatem“ ( ;-) ) Pegelzuwachs. Das dieses Chassis erst knapp über 2Khz aufhört, kolbenförmig zu schwingen und bis dahin äußerst zufriedenstellend funktioniert, ist ein netter Ausgleich für den leider etwas geringen Wirkungsgrad, der aber heutzutage dank „billiger“ Verstärkerleistung kein Argument mehr für oder gegen ein Chassis ist.
Selbstredend habe ich das Chassis auch durchgemessen:

Impedanzvergleich TSP Chassis 1 TSP Chassis 2

Beide Chassis sind praktisch identisch und auch meine gemessenen TSP weichen nur unwesentlich (Und messtechnisch bedingt) vom Herstellerdatenblatt ab. Da kann ich erneut nicht meckern und den AuraSound ruhigen Gewissens in ~65-70 Liter Bassreflex auf 30Hz abgestimmt verbauen.

Mitteltöner

Der Mitteltöner macht die Musik. Oder genauer gesagt: Der soll im Einsatzbereich das wiedergeben, was an der Lautsprecherklemme anliegt. Hier lege ich Wert auf Verfärbungsarmut, was neben einer linearen Amplitude auch geringen Klirr für mich beinhaltet, „sounden“ kann man auch später noch dezent über die Frequenzweichenabstimmung. Der Kandidat stand recht schnell fest:

Peerless HDS E 5-25/08

Und zwar der Peerless HDS E 5-25/08, von dem ich ausnahmsweise mal das Datenblatt vom Gerd Lommersum verlinke, da ich auch keine anderen Messergebnisse erhalten habe. Der Verkaufspreis liegt bei 83 Euro und ist damit in meinen Augen ein preiswertes Angebot. Nur fällt es schwer, dem Peerless irgendwelche klanglichen Attribute anzuhängen, was ja auch nicht Sinn und Zweck der Übung war. ;-) Fazit: Einer meiner Lieblinge im 13er-Format.

Hochtöner

Achtung, hier fängt es an, subjektiv zu werden! „Obenrum“ sollte keine schnöde Kalotte spielen. Sicherlich, die machen „alles richtig“ und sind in sehr guter Qualität schon für einen günstigen Kurs zu haben. Aber: Aus rein subjektiver Sicht gefallen mir Magnetostaten immer noch am besten. Punkt. Und da gibts leider nur einen auf dem Markt, der relativ niedrig zu trennen ist, die Portokasse nicht komplett entleert und auch ansonsten überzeugt:

NEO 3 PDR-W-i/FP

Und zwar der NEO 3 PDR-W-i/FP, den es nur im Direktvertrieb beim Rainer Krönke für 79 Euro zu erwerben gibt. Er passt meiner Meinung nach perfekt zu den restlichen Chassis: Klirrarm, dynamikfest und für eine Folie erstaunlich neutral. Durch eine neue Bedämpfung der Membran konnte die Hochtonwiedergabe gegenüber dem Vorgänger optimiert werden, allerdings auf Kosten einer niedrigeren Trennfrequenz, die aber jetzt immer noch bei problemlosen 2500Hz liegt.

Ausblick

Wie gehts weiter? Die Gehäuse müssen gebaut werden, eine Frequenzweiche entwickelt werden, die hier aber selbstredend ausführlich dokumentiert wird. Als Trennfrequenzen schweben mir 400 und 2500Hz vor, was kein Problem für einen der Beteiligten darstellt. Weiter gehts dann im Februar. Und bevor jemand fragt: Die Chassiskosten belaufen sich pro Seite auf 341 Euro.


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