Jetzt wird sich sicherlich jeder fragen, was denn genau ein Kurztest ist. Nun ja: Halt ein kurzer Test, ohne groß in theoretische Betrachtungen, Holzkunde oder andere Themen einzusteigen: Kurz und knackig halt, ausführlichere Dokumentationen wirds aber nach wie vor geben.
Die Luna ist eine durchwegs klassische Dreiwegebox, auch wenn sie scheinbar mit dem „kleinen“ Tieftöner Tang Band W6 1108SA etwas aus der Reihe fällt, denn der ist „nur“ ein Siebzehner. Konstruktiv ist er aber auf Basswiedergabe optimiert, dafür sorgen +/-5,5mm linearer Hub in jeder Richtung und die extrem stabile Membran aus einem Sandwich von jeweils einer Lage Kevlar und innen einer Lage Aluminium in Wabenform. Verbiegen lässt sich diese Membran im Gegensatz zu z.B. einer Metallmembran oder einem Kevlarpendant nicht mehr, für kolbenförmige Bewegung im Bass bi ungefähr 500Hz ist also gesorgt.
Klassischer gehts im Mittelton zu: Der zugegeben etwas zweckentfremdete Breitänder W4 1320 von Tang Band offeriert eine sehr leichte Papiermembran mit zusätzlicher Bambusfaserbeimischung und verspricht superbe Mitteltonwiedergabe. Obenrum ab 4Khz ergänzt die Beiden ein Fountek Neo CD 3.0, ein echter Bändchenhochtöner mit glatter Membran.
Das Gehäuse ist einfach aufgebaut: Zwei Versteifungen, eine Mitteltonkammer und die notwendigen Ausfräsungen für die Chassis sowie das BR-Rohr. Der Bass spielt in 35 Liter Bassreflex auf 40 Hz abgestimmt, 2 Pakete Sonfofil finden direkt über und hinter dem Chassis Platz, während in der Mitteltonkammer nur eine Matte locker eingelegt wird.
Hier wurde die Front mit „Indischem Apfelbaum“ furniert und der Korpus mit einfacher, anthrazitfarbener Wandfarbe gerollt. Wer will, kann noch ein bis zwei Lagen Klarlack uaftragen und erhält eine wirklich schöne und vor allem widerstandsfähige Oberfläche.
Den Bauplan für Google SketchUp kann man sich hier herunterladen.
Entgegen der Konvention will ich mein Fazit mal vorwegnehmen: Kompakter Lautsprecher mit trotzdem erwachsenem Klang. Zugegeben, die Optik bzw. die Proportionen haben mich sofort überzeugt, denn kompakte Ausmaße gepaart mit optisch harmonierenden Chassis bekommt man meist immer „genehmigt“.
Zugegeben: Ich bin bei kleinen Tieftönern immer etwas mißtrausich und ein Fan der „alten Schule“ mit wirklich großem Tieftöner, aber bereits nach wenigen Minuten hatte mich die Luna überzeugt: Ein Tieftonfundament, wo man nur die allerunterste Oktave vermisst, gepaart mit unaufdringlichem Mittel- und Hochton machen eine gute Figur. Der Bass ist bereits bei kleinen Lautstärken gut durchzeichnend, was sicherlich nicht wirklich „neutral“ ist, aber sich gut ins Gesamtkonzept einfügt. Kritische Stimmen meistert die Luna dank Bambusmitteltöner sehr souverän und verfärbungsfrei, der Bändchenhöchtöner setzt obenrum das ein oder andere Glanzlicht mit gutem Auflösungsvermögen. Spezielle Musikrichtungen bevorzugt sie nicht, auch wenn mir die Wiedergabe natürlicher Instrumente (Speziell Klavier) als auch die Stimmwiedergabe sehr gut gefallen haben.
Der Leser wird sich jetzt sicherlich fragen: Hat die Luna keine Kritikpunkte? Doch, natürlich hat sie die: Liebhaber des Originalpegels von Livekonzerten sind hier fehl am Platze ebenso wie absolute „Neutralhörer“. Dafür ist die Luna auch nicht gemacht, sondern für kleine Räume ab 12 bis ungefähr 30m², wo sich auch bei leisen Lautstärken der volle Klang entfalten soll und der Hörer gerne „Querbeet“ hört. Das sich die Luna optisch attraktiv gut in kleine Hörräume einfügt, bewerte ich mal als zusätzliches Feature.
Der Bausatz ist ab sofort vorführbereit bei akustik art und ebenso dort erhältlich, alternativ aber aktuell nicht vorführbereit bei Blue Planet Acoustic.
Und bevor jemand fragt oder aktuell durch Googlerecherchen hier drauf gestoßen ist: Ja, der Bausatz wurde von mir entwickelt.
